Bagger und Macker blockieren: Was hat Gender- mit Klimagerechtigkeit zu tun?

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am Donnerstag, 6. Dezember um 19h
Ort: „Linker Laden“, Kleiner Schäferkamp 46, 20357 Hamburg,
im Rahmen von „Bechern gegen Baggern“, Solikneipe für Klimagerechtigkeit

Wir als Gegenstrom fordern nicht nur einen sofortigen Kohleausstieg, sondern globale Klimagerechtigkeit – und das hat was mit Geschlechterrollen und Machtverhältnissen zu tun. Reiche Männer im globalen Norden tragen wesentlich zur Klimazerstörung bei, arme Frauen im globalen Süden bekommen die Auswirkungen der Klimakrise besonders früh und besonders stark zu spüren. Diese Frauen haben deshalb den besten Überblick über Lösungsstrategien, unter den klimapolitischen Entscheidungsträger*innen sind Männer aber in der Mehrheit. Und wer alsTrans- oder Inter-Person nicht in das binäre Verständnis von zwei Geschlechtern passt, hat es besonders schwer.
Klimagerechtigkeit bedeutet also, dass wir nicht nur den Kapitalismus überwinden, sondern auch patriarchale Gesetze, Normen und Rollenklischees. Dafür brauchen wir Gleichberechtigung auch innerhalb unserer Bewegung: Aktivist*innen sollten sich in Klima-Gruppen und bei Aktionen nicht in Situationen wiederfinden, in denen sie sich durch Geschlechterrollen eingeengt fühlen oder Diskriminierung erleben.

Wir möchten deshalb mit Euch diskutieren:

– Wo und wie können Queerfeminismus und Klimagerechtigkeit zusammengedacht werden?

– Wie können wir durch unsere Form der Organisierung und Aktionsplanung dem Patriarchat den Mittelfinger zeigen?

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Hinweise zu Barrieren: Es gibt eine Stufe zur Haustür und 2-3 Stufen zum Vortragsraum im Hinterzimmer. Der Raum ist mit ÖPNV (U Schlump/Sternschanze) gut erreichbar. Der Vortragsraum ist i.d.R. rauchfrei. Die Kneipe kann bei Bedarf ohne großes Tamtam rauchfrei gestaltet werden. Der Vortrag finden auf deutsch statt, es kann aber auch Flüsterübersetzung organisiert werden. Sagt gerne Bescheid, wenn ihr sonst noch irgendetwas braucht, um entspannt teilnehmen zu können!

*Bechern gegen Baggern – Solikneipe für Klimagerechtigkeit*

Jeden 1. Donnerstag im Monat findet die Solikneipe für Klimagerechtigkeit im Linken Laden (Kleiner Schäferkamp 46) statt. Die Einnahmen fließen in Repressionenkosten und Aktionen im Kampf für Klimagerechtigkeit und radikalen antikapitalistischen Klimaschutz.

Bechern gegen Baggern: Info-Kneipe zu den Climate & Justice Games rund um die Eurotier Messe in Hannover

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am Donnerstag, 1. November um 19h
Ort: „Linker Laden“, Kleiner Schäferkamp 46, 20357 Hamburg,
im Rahmen von „Bechern gegen Baggern“, Solikneipe für Klimagerechtigkeit

Nach Paris, Amsterdam, Basel und Wien finden nun erstmals auch Klimaspiele vom 13. bis 17.11. in Hannover statt. Anlass der Games ist die EuroTier-Messe, die weltweit größte Fachmesse für Tierhaltung. Um deutlich zu machen, dass die Ausbeutung von Tieren, Menschen und der Natur nicht losgelöst voneinander zu betrachten ist, und um die gemeinsamen Kämpfe von vielen linken und sozialen Bewegungen zu stärken, wollen wir Klima und Gerechtigkeit gleichermaßen in den Fokus rücken.

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Baumbesetzung im Schanzenpark – Bericht und Pressespiegel

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4.10. 2018
In Solidarität mit den Besetzer*innen im Hambacher Wald, welche auch nach offiziellem Ende des Räumungseinsatzes für den Erhalt des Waldes, gegen den Energiekonzern RWE und für Klimagerechtigkeit kämpfen, besetzten gestern Aktivist*innen von Gegenstrom HH, der Hambi-Soligruppe HH zusammen mit Einzelpersonen einen Baum im Hamburger Schanzenpark (mehr …)

Gefangenen-Schreibwerkstatt

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Zur Zeit sitzen 4 Menschen aus dem Hambi-Umfeld im Gefängnis oder U-Haft: 1 Mensch wurde wegen Trommeln zu 9 Monaten Haft verurteilt und sitzt noch bis Weihnachten, 1 Mensch war bereits in UHaft und jetzt wurden während der Baumhausräumungen 2 weitere Menschen in Uhaft gesteckt: Vorwurf: gemeinschaftlicher Widerstand, weil sie sich gemeinsam anketteten. (mehr …)

Ich bin’s die Steinkohle

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…auf einem der jährlich ca.150 Massengutfrachter, bin ich tausende Kilometer völlig gefahrenfrei über das Meer geschifft worden. Im Hamburger Kohle- und Erzhafen angekommen wurde ich von gigantischen Greiferbrücken auf riesige Kohleberge aufgetürmt. Neben mir gelangen auf diesem Weg jährlich weitere 17 Millionen Tonnen Steinkohle & Eisenerz in den Hamburger Hafen. Einige Kohlefrachter fahren ein paar hundert Meter weiter, wo wir direkt im Kohlekraftwerk Moorburg verbrannt werden.

Die Steinkohle, die im Hamburger Kohlehafen landet wird nahezu vollautomatisiert von Schaufelradbaggern auf Förderbänder geladen und zur Beladestation der Rangierloks beför- dert. Der Umschlag ist inzwischen so weit automatisiert, dass nur 110 Angestellte beschäftigt werden müssen. Über Binnenschiffe und die Eisenbahn werden wir in Kraft- und Stahlwerke weitertransportiert. Die Kohle- und Eisenerze werden anschließend entweder in einem der Kraftwerke der Energieriesen Vattenfall und E.On oder dem Automobilkonzern Volkswagen verfeuert oder bei der Salzgitter-AG für die Produktion von Stahlrohren für die großen europäischen Gas-Pipeline Projekte (Trans Adriatic Pipeline, Nordstream 1 & 2) oder von Autoteilen der Marken Volkswagen und BMW eingesetzt.

Ich bin ein Stück Steinkohle. Ich lag hunderte Millionen Jahre tief in der Erde vergraben bevor Menschen auf die Idee kamen mich aus hunderte Meter tiefen Erdschichten rauszubaggern und dabei ganze Ökosysteme zu zerstören. Eigentlich gibt es Steinkohle auch in Deutschland, allerdings schließen hier dieses Jahr die letzten Steinkohlezechen. Der Import und die Verstromung von Steinkohle in Deutschland laufen aber ungestört weiter.

Die umweltzerstörenden und gesundheitsschädlichen Folgen des Bergbaus werden dabei einfach komplett nach u.a. Südafrika, Kolumbien, Russland, USA ausgelagert. Allein in Kolumbien wurden in den letzten Jahren über 60.000 Menschen vertrieben und ca. 3.000 ermordet, die dem blutigen Geschäft der Steinkohle im Weg standen. Dieses Jahr im Mai sind erst wieder 23 Arbeiter in Pakistan und zwei in Polen in Steinkohleminen verunglückt.

Seit über 500 Jahren profitieren reiche westliche Industrienationen und -konzerne jetzt schon von diesen Zuständen: Sie beuten die Ressourcen und Arbeitskräfte überwiegend ehemaliger Kolonialländer systematisch aus, verschärfen dadurch vielfältige soziale und ökologische Krisen und heizen zusätzlich den Klimawandel an. Die Regionen, die mit dem Klimawandel am stärksten zu kämpfen haben werden dadurch noch anfälliger für die heute schon spürbaren katastrophalen Folgen.

Ich bin eines der glücklichen Kohlestücke, das bei der antikapitalistischen Aktionsrallye „Harbour Games“ in Hamburg am 23.6.2018 aus dem Kohlehafen befreit wurde.

Nimm mich mit nach Hause, erinnere dich Tag für Tag an meine Geschichte und hilf mit das Geschäft mit der Kohle Geschichte werden zu lassen!